Bordeauxdogge
Die Bordeauxdogge
Mit den tiefen Falten, die wie bei einem alten, müden Boxer die Schnauze der Bordeauxdogge furchen, sieht dieser stämmige, große und schwere Hund recht gefährlich aus, verbirgt aber unter seinem griesgrämigen Aussehen ein Herz voll Zärtlichkeit.
Ursprünglich war er ein wilder Draufgänger, gezüchtet zum Kampf gegen Stiere, Bären oder andere Hunde. Jahrhundertelang stand er in den Ruf, ungebärdig und bösartig zu sein. In der französischen Umgangssprache hat sich eine Anspielung darauf in dem Ausdruck humeur de dogue erhalten; das bedeutet Hundelaune.
Nach dem Mittelalter wurden diese Doggen nicht mehr zur Jagd verwendet und auch nicht mehr als Wächter für Haus und Hof. Besonders beliebt waren sie aber bei den Metzgern; diese bedienten sich ihrer, um die außerhalb der Stadt gekauften Rinder sicher heimzubringen und auf Trab zu halten. Ohne Zweifel verdanken ihnen die Doggen den Beinamen Fleischerhunde und die Erhaltung ihrer Rasse. Von den Fleischerläden gelangten die Doggen zu den reichen Landgütern, von den bürgerlichen Wohnungen zu den Palästen der Aristokraten; so wurden sie im Lauf der Zeit zu hervorragenden, wachsamen und mutigen Schutzhunden.
Das stellte sich während der Französischen Revolution als fatal für sie heraus, denn zahlreiche Doggen wurden mit ihren Herren umgebracht. Die Bordeauxdogge wurde nie sehr populär, weil sie in der Deutschen Dogge und dem Boxer starke und weit verbreitete Konkurrenten hatte. Doch inzwischen nimmt die Zahl dieser aus dem alten Aquitanien, das im Südwesten Frankreichs lag, stammende Rasse beträchtlich zu.
Und das mit Recht. die ruhige und sanftmütige Bordeauxdogge ist voll überströmender Liebe zu ihrem Herrn und von engelhafter Geduld Kindern gegenüber, die so gut wie alles mit ihr anstellen können.
Zur Geschichte
Diese Rasse ist sehr alt und stammt von der Tibetdogge ab. Im 14. Jahrhundert gab es in Frankreich zwei Abarten: den Veaultre-Alanen, den man als direkten Ahnen der Bordeauxdogge betrachtet, und den Edel-Alanen, der aus dem ersteren durch Kreuzung mit Windhunden entstand. Er gilt auch als Vorfahre der Deutschen Dogge. Während der Französischen Revolution wurde die auf Kampfkraft gezüchtete reine Rasse praktisch ausgerottet. Die Überlebenden degenerierten durch Kreuzungen mit anderen Hunden.
1863 wurde anlässlich der ersten französischen Hundeausstellung in Paris erstmals der Name Bordeauxdogge für einen Rüden namens Magenta verwendet; seine Schulterhöhe betrug immerhin 70 cm. 20 Jahre später gewann ein anderer Hund, der Rüde Bataille, mit nur 67 cm den ersten Preis. Um diese Verkleinerung zu erreichen, kreuzte man englische Bulldoggen
ein; dadurch wurde der Typus verändert, und außerdem bekam die Bordeauxdogge eine schwarze Maske. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erschienen dann schöne, ausgewogene Tiere auf den verschiedensten Ausstellungen. Heute muss die Bordeauxdogge eine rote oder schwarze Maske tragen. Das Fehlen dieser Maske wird als Fehler bewertet.
Größe: Rüde 63-68 cm, Hündin 58-66 cm
Gewicht: Rüde ca.50 kg, Hündin ca.45 kg
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