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Dobermann

Der Dobermann

dobermann

Dieser Hund flößte Respekt ein, und zwar zu Recht, denn er hat eine edle Haltung, ist groß, elegant und muskulös gebaut. Er hat genauso das Bedürfnis, sich, wenn möglich, durchzusetzen wie sich unterzuordnen; das letztere tut er aber nur, wenn er einen Herrn bekommt, der mit sicherer Hand und Einfühlungsvermögen fähig ist, ihn Gehorsam zu lehren und seine Liebe zu erwerben.
Der Dobermann ist autoritär, stolz und herrschsüchtig, und das schon als Junghund. Nicht selten knurrt er schon mit wenigen Monaten und zeiht die Lefzen hoch. Doch dieses Verhalten ist nur ein Spiel zur Einschüchterung, eine Bekundung der Unabhängigkeit, das rasch schwindet, wenn man mit ihm energisch ist. Als Begleiter seines Herrn passt sich dieser Hund allen Situationen an, und eine einzige Erfahrung genügt, um ihn begreifen zu lassen, was man von ihm erwartet.

In der Natur freigelassen, berauscht sich der junge Dobermann an Entdeckungen und neuen Gerüchen, und es fällt ihm schwer, auf den ersten Ruf zurückzukommen. Aber er kommt einem wie verrückt nachgerast, wenn er glaubt, man lasse ihn zurück. Der Dobermann wurde gegen Ende des vorigen Jahrhunderts als Wach- und Schutzhund gezüchtet und war auf diesem Gebiet ein voller Erfolg. Er ist treu, mutig, mit scharfer Witterung begabt und hat einen ausgesprochenen Sinn für Eigentum.

Beim geringsten Geräusch stürzt er mit gesträubtem Fell und gefletschten Zähnen herbei, sein Reich zu verteidigen gegen wen auch immer. Die ersten Exemplare dieser Rasse waren gefürchtet “Sie sind äußerst robust und haben vor nichts Angst, nicht einmal vor dem Teufel persönlich” so die Meinung der damaligen Züchter. Auf diesen Mut verließ sich als erste die berittene Polizei Thüringens. Unter dem Namen Gendarmenhund wurde er im Ersten Weltkrieg von der deutschen Armee als Botengänger und Wachhund eingesetzt, während er im Hinterland erblindeten Soldaten als Führungshund diente.
Heute treffen viele Züchter ihre Wahl mehr nach Schönheit und Eleganz als nach dem Charakter. Man findet immer mehr Exemplare, deren natürliche Angriffslust gemildert ist: Wenn man mit der Ausbildung schon sehr früh beginnt, kann der Dobermann ein ausgezeichneter Begleithund werden.

Zur Geschichte:


In Apolda der Hauptstadt des damaligen Herzogstums Sachsen-Weimar, fand seit 1863 jedes Jahr ein bedeutender Hundemarkt statt, und in dieser Stadt züchtete Karl Friedrich Luis Dobermann in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die neue Rasse.
Er war Hilfsexekutor für die Steuereinnahmestelle, Hundefänger, Abdeckereiverwalter und Nachtpolizist. Daher wohl seine Idee, einen großen, flinken Terrier mit allen Eigenschaften eines Wachhundes zu züchten, der alle bisher existierenden übertreffen sollte.

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  • Obwohl er nie genau angegeben hat, welche Rassen er einkreuzte, scheint er auf unterschiedliche zurückgegriffen zu haben, so auf den Weimaraner, den Rottweiler, den Pinscher und vielleicht auch auf den französischen Beauceron, dem der Dobermann weitgehend ähnelt.
    Als letztes kam noch Blut der Deutschen Dogge und von Windhunden dazu. 1900 begann sich der erfahrene Züchter Otto Göller für diesen Hund zu interessieren. Er kreuzte ihn mit einem Manchester Terrier, was ihm das elegante Aussehen gab, ohne ihm etwas von seiner Kraft zu nehmen. Der Standard des heutigen Dobermanns wurde 1910 festgelegt.

    Größe: Rüde 68-72 cm, Hündin 63-67 cm
    Gewicht: 32-45 kg

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