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Grönlandhund

Der Grönlandhund

groenlandhund Auch heute noch lebt der Grönlandhund in großer Zahl in seiner Heimat Grönland, der größten Insel der Erde, die fast vollständig vom Islandeis bedeckt und nur auf einem schmalen Küstenstreifen bewohnt ist. Mensch und Tier wird unter diesen lebensfeindlichen Bedingungen das Äußerste abverlangt. Die Hunde sind auf Grönland wie eh und je im Winter das einzig zuverlässige Transportmittel: Es gibt keine Straßen, Motorschlitten konnten sich wegen der zerklüfteten Landschaft nicht durchsetzen, das Meer ist meterdick gefroren, und das stürmische Wetter bringt häufig den Flugverkehr zum Erliegen. Deshalb sind die Schlittengespanne für die Grönländer auch heute noch lebensnotwendig. Die Hunde werden als reine Arbeitstiere angesehen, die ein Höchstmaß an Leistung, Zugkraft, Ausdauer und Widerstandskraft aufweisen müssen.

Zwar lebt der Grönlandhund in seiner Heimat als echte Naturrasse, die in erster Linie durch die erbarmungslose Natur geformt wurde, doch auch die Grönländer prägten ihre Hunde nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen. So berichtet Jean Malaurie von Grundsätzen der Zuchtauswahl: “Mut und Kühnheit, die bei der Bärenjagd sehr kostbar sind, kommen durch die Mutter, und sie muss entsprechend ausgewählt werden; Schnelligkeit und Kraft vom Vater.” Es ist selbstverständlich, dass man solche Tiere nicht ohne weiteres in unsere zivilisierte Welt verpflanzen kann. Selbst in Skandinavien ist die Anzahl der Grönlandhund sehr begrenzt geblieben, und in den übrigen europäischen Ländern ist er die seltenste Rasse der Schlittenhunde und wird nur von ausgesprochenen Liebhabern gehalten.

Der Grönlandhund ist ein ausdauernder und harter Arbeiter. Von diesem Arbeitswillen und dem streng geordneten Zusammenleben im Rudel ist sein Charakter geprägt. Fehlen ihm die Anforderungen der Schlittenarbeit - die körperliche Auslastung und die notwendige Disziplin -, so explodieren seine Energien, und er ist nur noch schwer zu halten. Jeder Grönlandhund sollte deshalb arbeiten - allein vor dem Schlitten oder im Gespann.
Die strenge Rangordnung, die im Rudel immer wieder neu bestimmt wird, muss auch vom Menschen respektiert werden. Das gilt nicht nur für die Hunde untereinander, sondern auch für den Menschen: Er muss sich einen Platz als Chef erst erringen und dann auch erhalten. Sorgt man für ausreichende Arbeit und klare Führung, so kann man einen Grönlandhund gut halten. Seine scheinbare Wildheit entpuppt sich oft als Ungestüm und Lebensfreude. Für eine liebevolle Ansprache sind Grönlandhund mehr als dankbar.

Kaum zu verhindern ist allerdings, dass Grönlandhunde gern und heftig um die Rangordnung im Rudel streiten, was nur selten ohne Blessuren abgeht. Rudelfremden Hunden gegenüber verhalten sie sich oft recht ablehnend. Auch der alte Bärenjäger ist in vielen Hunden noch sehr lebendig, was nicht verwundert, denn die meisten in Europa lebenden Hunde stammen von Tieren ab, die aus Alaska eingeführt wurden.

groenlandhund in eis und schnee

Größe: 55-60 cm
Gewicht: 25-35 kg

Zur Geschichte des Grönlandhund:

Vor etwa 2000 Jahren kamen nomadisierende Eskimo auf die bis dahin völlig unbewohnte Eisinsel Grönland. Sie hatten ihre unentbehrlichen Helfer bei sich - ihre Schlittenhunde. Diese entwickelten sich im Lauf der Jahrhunderte in der Abgeschiedenheit der arktischen Insel zu einer eigenständigen Rasse der Schlittenhunde.

Die harten Lebensbedingungen auf der Insel, der immerwährende Kampf ums Überleben und die natürliche Auslese hatten zur Folge, dass die Hunde fast grenzenlos leistungsfähig und ausdauernd sowie äußerst genügsam wurden. Damit waren sie die idealen Helfer bei der Eroberung der Pole. Gleich, wer nun von den beiden Amerikanern Cook (1908) und Peary (1909) als erster den Nordpol erreichte - sicher ist, dass beide nur mit “ihren” Grönländern - Menschen und Hunden - ihr Unternehmen vollenden konnten.

Und auch beim Kampf um die Bezwingung ds Südpols verdankte der Norweger Amundsen im Jahr 1911 seinen Grönlandhunden den Sieg. Sein Rivale, der Engländer Scott, musste den Irrtum bei der Wahl seiner Transporttiere - er setzte Islandpferde ein - mit dem Leben bezahlen.
Der heutige Rassehund nach Standard entstand erst nach dem Zweiten Weltkrieg in den skandinavischen Ländern. Deshalb gilt Skandinavien auch als Ursprungsland der Grönlandhundes. Der Standard wurde 1957 weltweit anerkannt.

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Der Autor und der s4d dog-blog.

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