Mastino Napoletano
Der Mastino Napoletano
Früher gehörte der Mastino Napoletano zu den Kampf- und Kriegshunden. Heute ist er der Wachhund par excellence, ein Athlet unter den Hunden mit mächtigen Kopf, starken Knochen und hohem Gewicht, das bis zu 100 kg betragen kann. Unter dem kurzen, meist grauen Haarkleid zeichnen sich überall mächtige Muskeln ab. Sein Schritt erinnert an die Gangart von Raubtieren - weit ausholend, teilweise Pass gehend, ruhig und majestätisch, unerschütterliche Selbstsicherheit ausdrückend. Züchter fleiß schuf aus den einst mörderischen Tieren heute einer der besten Wach- und Schutzhunderassen der Welt.
Wachsamkeit, Mut, Nervenfestigkeit und absolute Gutartigkeit seinem Herren und dessen Familie gegenüber zeichnen den Mastino Napoletano aus. Er ist folgsam und außerordentlich lernfähig, braucht aber von Anfang an ein konsequente Erziehung. Man sollte ihn niemals auf Angriff abrichten, denn dann kann er zur unkontrollierbaren Waffe werden. Das, was der Mastino Napoletano an Kampfanlagen als Erbe seiner Vorfahren mitbringt, reicht auch ohne Ausbildung dazu, jeden Eindringling in Schach zu halten. Er ist ein ruhiger Hund mit ungeheuer viel Selbstvertrauen, daher auch kein Kläffer und Raufer. Er ist relativ bewegungsarm und braucht daher nicht so viel Auslauf. Natürlich ist er schon von seiner Größe her kein Hund für die Etagenwohnung. Er ist kein für Prahler - und kein Statussymbol.
Der Mastino Napoletano ist vielmehr ein unbestechlicher Kumpan aus dem Tierreich, mit dem man durch dick und dünn gehen kann. Anschaffung und Haltung sind relativ teuer. Er ist wenig anfällig für Krankheiten, und seine Lebenserwartung liegt bei etwas zehn Jahren. Die Herkunft des Namen Mastino ist umstritten. Marco Polo erwähnte ihn 1309, und etwa zur gleichen Zeit gebrauchte Dante und Boccaccio diesen Namen für einen Hund. Man nimmt an, daß das Wort von keltischen mas gleich Wohnstadt und vom ebenfalls keltischen tuin gleich bewachen abgeleitet ist: der Hund, der die Wohnstadt bewacht.
Zur Geschichte:
Der Mastino stammt von der Tibetdogge und den alten assyrischen Kampf- und Kriegshunden ab. Erste Hinweise auf große Kampfhunde sind rund 4000 Jahre alt, und es gibt Flachreliefs aus dem Palast des Asurbanipal in Ninive (700 v. Chr.), die einen fast standardgerechten Mastino Napoletano zeigen. Mit Alexander dem Großen (356-323 v. Chr.) wurden diese großen Hunde weit verbreitet. Von Griechenland wurden sei nach Rom importiert, um dort zu blutigen Spektakeln in den Arenen missbraucht zu werden.
Später wurden die “breitmäuligen Hunde Britanniens”, die Mastiffs, eingekreuzt. Zur Zeit der Bourbonenherrschaft in Neapel (1735 bis 1860) kam die alte Rasse nochmal zur Blüte; sie wurde als “Packer” bei der Jagd auf Hirsch und Keiler benutzt. Von da an ging die Rasse zurück. Lediglich einige Bauern an den Hängen des Vesuvs züchteten noch diese Hunde. Durch Vermischung mit anderen Rassen drohte der alte Mastino auszusterben. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es nur noch etwa zehn Exemplare, die einigermaßen rein gezüchtet waren. Erst 1946 begann man systematisch dieses Rasse zu retten, und danach vergingen noch drei Jahre, bis sie offiziell als Rasse anerkannt wurde.
Größe: Rüde 65-75 cm; Hündin 60-68 cm.
Gewicht: ca. 60-90 kg
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