Tervueren
Der Tervueren
Der Tervueren ist das genaue Abbild des Grœnendaels; nur in der Farbe unterscheidet er sich von ihm. Der Grœnendael ist schwarz, der Tervueren rehbraun. Sie sind von der gleichen Robustheit, der gleichen Eleganz, der gleichen Harmonie der Formen, und beide eignen sich für das Leben in der Familie wie im Freien, denn sie widerstehen allen Witterungsverhältnissen.
Wie der Grœnendael ist der Tervueren ein geborener Hütehund und besitzt einen stark entwickelten Unternehmungsgeist. Er ist sehr intelligent und handelt immer mit dem angeborenen Sinn dafür “was sich gehört”.
In Gastwirtschaften wird er oft als Wachhund benutzt; aber es käme ihm nicht in den Sinn, die Gäste zu belästigen. Doch sowie das Lokal seine Pforten geschlossen hat, wird er unnahbar, und wehe dem Unvorsichtigen, der wagen würde, das Haus zu betreten.
Wie alle empfindlichen Hunde ist er mit Vorsicht zu behandeln. Es ist für ihn lebenswichtig, einen Herrn zu haben, der ihn zu nehmen versteht und ihn mit viel Güte erzieht. Das ist das beste Mittel, seinen komplizierten Charakter in den griff zu bekommen und ihn gehorsam zu machen. Wenn man den Tervueren missachtet oder zurück stößt, verliert er alle seine Fähigkeiten, die ihn auszeichnen.
Im Welpenalter verträgt dieser liebevolle Hund weder Anschreien noch eine zu starke Autorität. Was manche jungen Hunde ohne Traumatisierung akzeptieren, kann bei ihm einen Angst- und Frustrationkomplex hervorrufen. Da er sein Herz vorbehaltlos seinem Herrn schenkt, kann er sich eifersüchtig zeigen - man muss also in manchen Situationen Fingerspitzengefühl und Diplomatie beweisen.
Wenn beispielsweise Kinder in der Familie sind, wird er sie um so leichter akzeptieren, je mehr Zuneigung man ihm zuteil werden lässt, denn der Tervueren liebt es, Mittelpunkt seiner kleinen Welt zu sein, und er tut alles mögliche, um die Aufmerksamkeit “seiner” Familie auf sich zu lenken.
Größe: 56-66 cm
Gewicht: ca. 30 kg
Zur Geschichte:
Während der Grœnendael mit schwarzer Fellfarbe gezüchtet wurde, erzog ein Brauer namens Gorbells fast gleiche, aber rehbraune Hunde. Aus der Vereinigung des Rüden Tom und der schwanzlosen Hündin Poes ging 1895 eine Hündin hervor, Miss, die von Duc de Grœnendael gedeckt wurde und 1897 schwarze und rehbraune Welpen warf.
Unter den letzteren war ein Rüde, dem der Name Milsart gegeben wurde. Aus den Nachkommen, die er mit seiner Mutter und seinen Töchtern zeugte, entstand der Tervueren (den die Belgier Tervuren schreiben, nach der Stadt, der dieser Hund seinen Namen verdankt).
Nach einigen Generationen haben sich der Grœnendael und der Tervueren durch seine sehr hochgradige Blutsverwandschaft als Spielarten stark gefestigt.
Ein wichtiges morphologisches Detail
Die Rassenorm der Belgischen Schäferhunden sieht vor, dass die langen, breiten und muskulösen Beine in den Sprunggelenken angemessen gewinkelt sein müssen, aber nicht übermäßig. Außerdem sollen die Sprunggelenke bodennah, breit und muskulös sein, ein morphologisches Detail, das seine Bedeutung hat.
Diese Winkelung der Sprunggelenke erklärt, warum der Belgische Schäferhund verhältnismäßig gerade wirkt im Vergleich zu anderen Schäferhundrassen. Weil die Sprunggelenke so beschaffen sind, leidet er auch nicht an Hüftgelenksdysplasie, einem Gebrechen, das beispielsweise beim Deutschen Schäferhund ziemlich häufig auftritt.
Nach Meinung der Spezialisten sind die nach oben wirkenden Kräfte, namentlich in Höhe des Hüftgelenks, um so bedeutender, je ausgeprägter der Winkel des Sprunggelenks ist. Je offener das Sprunggelenk ist, desto mehr sind die Muskelbänder dieses Gelenks kräftigen Stößen ausgesetzt, die ihre Funktionstüchtigkeit beeinträchtigen.
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